Soeben habe ich ein sehr interessanten Podcast (in englischer Sprache) von bekannten Web Designer Andy Rutledge gehört. Er spricht über die Phasen eines Web Design Projekts von Aquise über Prototypen bis hin zur Fertigstellung. Viele produktive und vereinfachende Tipps, wenn man noch nicht lange im Business ist.
Der erste, direkte Kontakt
Egal ob man selbst Kunden kontaktiert oder im Optimalfall der Kunde zum Designer kommt, so empfiehlt sich stets der direkte Kontakt zwischen beiden Parteien. In dieser frühen Phase kann man durch den Dialog schnell herausfinden, ob man zusammenpasst, ob der Preis und die Leistung stimmt.
Wesentlich beim ersten Kontakt ist es zu wissen, welchen Stundenlohn man für seine Arbeit nehmen möchte. Rutledge empfiehlt sich umfassend mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Zum einen durch Gespräche mit Kollegen und Freunden und zum anderen durch das Durchrechnen von Kosten und Stunden, die man arbeiten kann.
Auch empfiehlt es sich, den Stundenlohn zu erklären oder alternativ einen Fixpreis für das Projekt anzubieten. Dies verdeutlicht das Commitment und Professionalität des Design Teams, da man Erfahrung mit solchen Projekten suggeriert.
Bezahlung: 50% + 25% + 25%
Ein sehr wichtiger Punkt sind die Modalität der Bezahlung. Rutledge empfiehlt hier 50% zu Beginn des Projekts zu nehmen, 25% bei Abnahme des Design und 25% vor dem Bereitstellen der finalen Version.
Der Vorteil auf der Seite des Designers liegt hier in der Verpflichtung des Kunden. Er nimmt das Projekt durch die bereits investierte Summe deutlich ernster und somit ist die häufig auftretende Gefahr, Projekte in die Länge zu ziehen, weniger gegeben.
Recherchephase und Treffen
In dieser Phase der Entedeckung kommt es zum einen darauf an, herauszufinden, was dem Kunden wichtig ist und zum anderen die eigenen Prozesse und Vorgehensweisen zu erklären. Hier kommt es vor allen Dingen darauf an, dem Kunden das Gefühl zu vermitteln, dass man der Richtige für das Projekt ist und dass die Prozesse optimal für die Lösung der Aufgabe sind.
Darüber hinaus ist es wesentlich für den Designer sich einen Überblick zu verschaffen, welche Lösungen es bereits auf dem Markt gibt, was die Konkurrenz für Umsetzungen gefunden hat und wodurch sich die Zielgruppe auszeichnet.
Strategie Dokument - Die Referenz
An dieser Stelle legt Rutledge dem Designer ans Herz, ein Dokument anzufertigen, dass die folgenden Punkte behandelt:
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Was sind die Herausforderungen?
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Was sind die Lösungen, was wird ausgeliefert?
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Was sollte die Arbeit betonen?
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Was ist das Endresultat?
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Was ist die Zielgruppe?
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Wie spricht man diese Zielgruppe an?
Dieses Dokument ist sehr wichtig, da es zum einen dem Kunden zeigt, dass man sich ausgiebig, professionell und tiefgreifend mit der Problematik auseinandergesetzt hat. Und zum anderen dient es stets als Begleiter und Referenz während des Design-Prozesses.
Daher empfiehlt es sich auch, dieses Dokument mit dem Kunden abzusprechen und am Ende gegenzeichnen zu lassen. Vor allen Dingen lässt sich so sehr einfach auf die getroffenen Absprachen verweisen.
Design - max. 2 Entwürfe
Zunächst legt man einen Zeitpunkt für die Präsentation des Design fest. Ob man Papierprototypen, Wireframes oder fertige Seiten präsentiert hängt stark vom eigenen Prozess und den Anforderungen des Kunden ab.
Rutledge empfiehlt definitiv nicht mehr als zwei Entwürfe zu präsentieren. Zum einen verwendet man für weitere Entwürfe Arbeitszeit, die man nicht für die eigentliche Lösung verwendet. Zum anderen sind weitere Lösungen nichts weiter als Geschmacksrichtungen, die alle nicht dazu beitragen das Problem gut oder am besten zu lösen.
Vor allen Dingen vertritt Rutledge die These, dass es nur ein optimalen Entwurf gibt. Höchstens kann man in einem zweiten Entwurf bestimmte Mechaniken, Elemente betonen. Rutledge meint, dass die Erfahrung gezeigt habe, dass einen Entwurf zu präsentieren, von dem man nicht völlig überzeugt ist, stets ein Problem darstellt. Da es anscheinend stets so ist, das die Kunden den qualitativ weniger wertvollen Entwurf wählen.
Design Präsentation
Zunächst betont Rutledge, dass es wesentlich ist, die gesetzte Deadline einzuhalten.
Er betont, dass es von höchster Bedeutung sei, die Entwürfe zu präsentieren. Sei es von Angesicht zu Angesicht oder über das Telefon. Man sollte auf die Strategie, die Features, Nutzerziele, Nutzermotivation des Entwurfs eingehen und zeigen, wie diese die Ziele und Vorstellungen des Kunden erfüllen sollen. Die Ästhetik sollte an dieser Stelle für sich selbst sprechen. Fokus sollte auf die Vorteile für die geschäftlichen Ziele des Kunden sein.
Die Fragen an den Kunden sollte nicht nach einer Wahl zwischen den beiden Entwürfen sein, sondern, ob die Ziele erreicht werden, ob man die Probleme richtig adressiert hat, ob man nah an dem ist, was der Kunde braucht.
Auch sollte man den Kunden anhalten, einige Tage mit dem Entwurf zu leben, Vorschläge zu machen und diese auch schnell umzusetzen.
Die Bestätigung bzw. Entscheidung für ein Design sollte nach spätestens drei Tagen erfolgen. Diese Entwürfe sollten auch vom Kunden gegengezeichnet werden, um Probleme im weiteren Verlauf zu verhindern. An dieser Stelle erfolgt auch die zweite Zahlung vom 25%.
Abschluss des Projekts
Nach der weiteren Entwicklung und noch vor finalen Auslieferung sollte man den Kunden die Fertigstellung gegenzeichnen lassen. Dies sollte ein Dokument sein, in dem steht, dass alle Ziele erfüllt wurden und der Kunde mit der gefundenen Lösung zufrieden ist.
Wichtige Dokumente
1. Anbebot
Beschreibung der eigenen Prozesse, der Kosten und eines Zeitplans
2. Strategie Dokument
Beschreibung der Zielgruppen, Ziele der Seite und die Herausforderungen.
3. Vertrag
Bedingungen und Bestimmungen. Wem gehört was zu welchem Zeitpunkt. Wie ist die Abfolge von Schritten? Was ist mit Support und weiteren Anfragen?
4. Gegenzeichnen des Projekts
Noch vor der finalen Auslieferung sollte der Kunde die zufriedenstellende Fertigstellung des Projekts gegenzeichnen.
Fazit
Jedes Projekt ist neu und liefert neue Anforderungen. Dieses Template soll gewisse Hinweise und Richtlinien geben für das erfolgreiche Umsetzen vom Projekten zu aller Zufriedenheit.
Wenn du dich für weitere Artikel zu diesem Thema interessierst, so kannst du einen Blick auf den Blog von Andy Rutledge werfen, der viele interessante Facetten eines Web Designers beleuchtet.