Chris Anderson: Über die entstehende Welt des 'kostenfrei'

In einer sehr aufschlussreichen Präsentation auf der Nokia World 2007 spricht Chris Anderson (Chef Redakteur des Wired Magazine) über neue Modelle der Profitgenerierung.

chris anderson: emerging world of free auf der nokia world 2007

Kostenverfall und Profitmaximierung

Im Wesentlichen weist Chris Anderson, unter anderem Autor des erfolgreichen Buches "The Long Tail", auf ein Phänomen hin, das sich in vielen Bereichen abzeichnet. Ein bestimmtes (von Konsumenten begehrtes) Produkt wird so preiswert, dass man seine Kosten auf null setzen kann. Im Gegenzug versucht man nicht mehr durch den Verkauf dieses Produktes Profit zu generieren (was ohnehin unmöglich geworden ist), sondern durch Dienstleistungen oder Produkte in der Umgebung dieses Produkts.

Beispiele für quasi kostenlose Produkte

Anhand mehrer Beispiele illustiert Anderson dieses Prinzip:

  • Radio: Die Kosten einen oder eine Million Hörer zu erreichen sind im wesentlichen gleich; das Einnahme-Modell beruht auf Werbung
  • Fernsehen: s.o.
  • Print: Die Kosten für eine Zeitschrift oder Zeitung liegt zumeist beim 10-fachen dessen, was der Leser am Kiosk zahlt; Einnahme-Modell: Werbung (je mehr Leser, desto besser; selbst wenn sie nicht zahlen)
  • Storage: Die Preis für ein Gigabyte Speicher ist mittlerweile unter 40 cent gesunken. Yahoo bietet mittlerweile ein unbegrenzt grosses Postfach für seine email-Kunden an. Einnahme-Modell: Werbung und weitere Services
  • Telekommunikation: Telefone werden verschenkt und Einnahmen über die Minuten generiert
  • Billig-Flug-Sektor: Flüge werden fast kostenlos angeboten und über touristische Maßnahmen, und Kooperationsverträge Verluste wettgemacht

Fazit: Förderung von "null Kosten" und dezentralisierter Innovation

Die Herausforderung, die Anderson sieht, liegt in zweierlei Dingen:

Zum einen das frühzeitige Erkennen einer solchen Marktpreisentwicklung hin zu "null Kosten". Daraus resultierend folgt die Aufgabe, diese Kapazitäten tatsächlich kostenlos verfügbar zu machen, um zu sehen, wie der Markt und die Nutzer damit umgehen.

Denn diese, so Anderson, werden stets mit besseren und innovativeren Ideen aufwarten, als die Macher und Lenker an der Spitze der Firmen, die diese Produkte herstellen und vertreiben, jemals könnten.

Aus diesen Ideen werden auch die Finanz-Pläne von morgen entstehen.

[link zum Video der Präsentation]

[via Guy Kawasakis Blog]

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Kommentare

bububu :

Dezember 19. 2007 12:40

Die Punkte in deiner Liste sind bei mir nicht auf die richtige Höhe!

Andrej Telle :

Dezember 19. 2007 13:08

danke für den hinweis, bububu. Vielleicht könntest du noch spezifizieren, in welchem browser und welcher version du die Seite angeschaut hast.

danke,

andrej

Sandro Ulbecchi :

Dezember 19. 2007 21:39

Browser: Firefox
Version:2.0.0.11
Ort: Vermegliano(mit zwei E und mit nur eine I, so zugeordnet E,E,I)
Wetter: Sonnig
Laune: (meiner) Normal
Laune: (des Laptops) gelangweiligt
Laune: (des Browsers) leicht entsetzt, mit Züge aus Traurigkeit

Simone Urdoso :

Dezember 19. 2007 21:46

Es heißt "Anhand mehrerer Beispiele" und nicht "Anhand mehrerer Beispiel". Ah ja, die Punkte sind jetzt in Ordnung, nur ein tick zu tief, nicht wirklich zentriert.

Andrej Telle :

Dezember 20. 2007 11:54

Vielen Dank Simone und Sandro. Ihr seid wahre fans! Für euch mache ich das alles...

Salvo Urliolo :

Dezember 20. 2007 20:42

ich hatte heute nachmittag noch ein richtig langes Kommentar geschrieben, aber es ist irgendwie (verdammt)verloren gegangen. Könntest du nicht etwas wie eine "automatische Speichern-Funktion" hinzufügen?! Oder hast es bekommen, und nicht genehmigt?! Schade eigentlich war wirklich lustig, tief, informativ. Alles. Ein Posting-Meisterwerk. Schade wirklich... .

Andrej Telle :

Dezember 20. 2007 23:10

das tut mir leid, lieber Salvo. Ich werde mich leider jedoch erst frühestens am Sonntag um diesen Fehler kümmern können.

Ich hoffe du bist nicht allzu böse und bleibst mit deiner wahren Adresse diesem blog auch weiterhin treu.

Vielleicht probierst du es später einfach nochmal. Dir fällt sicher noch mal etwas meisterliches ein!

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