Jakob Nielsen über die Gefahren des Web 2.0

In seiner aktuellen Ausgabe der Alertbox schreibt usability-Guru Jakob Nielsen über die Gefahren der Web 2.0 Features für "normale" Seiten.

Geschwindigkeit und Komplexität

Die beiden Kernprobleme, die Jakob Nielsen zu erkennen glaubt, sind zum einen die Reduktion von Geschwindigkeit durch überreiche Ajax-Features und zum anderen zu hohe Komplextität bei der Bedienung des user interface durch unbekannte Features wie drag und drop.

Nielsen rät im Allgemeinen davon ab, für Seiten, die nicht hohes Presse-Interesse erzeugen oder Marktführer sind, wie etwa Facebook oder amazon, solche neuen, wie er sie nennt, Web 2.0 Features zu verwenden.

Konservatismus vs. Innovation

Sicherlich sollte man Nutzer nicht allzu viel zumuten. Um auch auf einen Artikel von Robert Mischke über Web-Zielgruppen zu reagieren, möchte ich sagen, dass das Medium Internet und der Browser noch sehr weit davon entfernt sind, ein einfaches und intuitiv zu bedienendes Interface zu sein. Daher scheint es klar und absehbar, dass sich grundlegende Mechanismen der Handhabung und Interaktion dieses Mediums noch stark verändern werden.

Web 2.0 ist sicherlich ein Schritt auf diesem Weg, wenn auch vieles, was dieser Mode-Begriff mit sich bringt, bald obsolet sein wird und durch bessere Interaktions-Schemata ersetzt werden wird.

Das Beispiel von google maps scheint mir der richtige Weg zu sein. Hier werden bekannte Metaphern des Schieben und Ziehens verwendet, so dass Nutzer nicht so gleich überfordert werden und spielerisch den Umgang mit neuen Prinzipien lernen.

Wesentlich scheint mir jedoch, und damit möchte ich Nielsen entschieden widersprechen, eine ständige Weiterentwicklung des Web hin zu einem für alle Nutzergruppen intuitiv verständlichen Medium. Auch auf Kosten des Unverständnisses des ein oder anderen Nutzers.  

Fazit: Zukunft des Mediums Internet

Sicherlich hat Nielson mit dem Hinweis auf die Gefahr dem potentiellen Rückgang von Umsätzen nicht Unrecht, jedoch denke ich, dass sich langfristig gesehen, ein gut designetes Interface stets, auch ökonomisch durchsetzen wird.

[einführende Lektüre zu Usabiltity von Jakob Nielsen: Prioritizing Web Usability]

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September 7. 2010 16:04