Durch eine kreatives Interface ermöglicht der neue Synthesizer "Kaossilator" eine völlig intuitive Herangehensweise an das Musik-Machen und erleichtert es somit auch dem Laien, sich musikalisch auszudrücken.
"It's the Interface, Stupid"
Bill Clintons Präsidentschaftwahlen-Slogan von 1992 scheint auch hier voll zuzutreffen. So zeichnet sich der Kaossilator weder durch besondere Features oder deren Umfang aus (im Wesentlichen gibt es Geräte mit vergleichbarer Ausstattung schon lange), sondern durch die Art und Weise der Eingabe der Musik. Diese wird, wie im Video oben demonstriert, über ein Touchpad eingegeben. So kann man die Tonhöhe über das Bewegen des Fingers von Rechts nach Links und den Klang durch das Bewegen von oben nach Unten verändern.
Darüber hinaus verfügt das Gerät lediglich über einen grossen Drehschalter und drei weitere Knöpfe. Von der Eingabe des Tons über Rhythmen und Chords lässt sich alles über diese Elemente des Interface' regeln. Somit lässt sich ein komplettes Stück eingeben ohne auf weitere Software oder Instrumente zurückgreifen zu müssen.
Beherrsche Dein Instrument in 5 Minuten
Der wirkliche Mehrwert des Kaossilators besteht in der unglaublichen Leichtigkeit und Intuitivität der Bedienung. So fitzele ich schon seit nunmehr über 10 Jahren an meiner Technik des Jazz-Gitarren-Spiels (mit Unterricht wohl gemerkt bei Martin Werner) und bin immer noch weit davon entfernt auch nur annähernd mein Instrument zu beherrschen. Hier beschränkt sich Technik auf das Bewegen eines Fingers über das Touchpad.
Einen vergleichbaren Ansatz des intuitiven Erlernens eines Instruments konnte ich letzten Sommer bei den jährlichen Präsentationen des Fachbereichs Interface Design der FH Potsdam (hier nochmal Dank an Christian Thomas für die Einladung) präsentieren. Dort wurde ein Keyboard vorgestellt, dass über keine "echten" Tasten funktionierte sondern über die räumliche Positionierung der Hand auf einer von drei Ebenen über dem "Instrument". So konnte man eine Matrix von 8 mal 3 Tönen erzeugen und mit zwei Händen sogar zwei Töne gleichzeitig erzeugen. Ein in der Handhabung sehr faszinierendes und fesselndes Interface, da man überhaupt keinen physischen Kontakt mehr zum Instrument hatte.
Und wieder die Leere Fläche
Und fast als wäre es das Motto dieses Jahres, so zeigt sich auch hier wieder, dass die unbeschriebene Fläche (z.B. eines Touchpads) durch seine Variabilität und Vielfältigkeit ein nahezu ideales Interface darstellt, wie ich schon vor einigen Tagen in meinem Artikel über das Optimus Tactus geschrieben habe.
[via Robert (Danke!) und thinkgeek.com]