Browser Version Targeting: Kein Redesign für IE8

In dem Artikel "Beyond Doctype" auf der Seite von A List Apart (einem der renomiertesten Web-Design Magazine) schlägt Aaron Gustafson eine neue Technik vor, die es Web Entwicklern und Web Browser Herstellern gleichermaßen erleichtern soll, auch in der Zukunft kompatible Seiten zu erstellen bzw. darzustellen.

Der Artikel und die Antwort von Erik Meyer (s.u.) haben in Web Kreisen für viel Aufregung gesorgt.

Der geschichtliche Hintergrund

Die Entwicklung der Browser, der Html Standards und der Css-Spezifikation haben gezeigt, dass es über einen Zeitraum von 10 Jahren durchaus schwierig war, vorwärts-kompatible Seiten zu erstellen. So wurden per Browser Sniffing für spezielle Browser (Netscape, IE, etc.; je nachdem, welche der Nutzer installiert hatte) spezielle Layouts und Css-Dateien geliefert, so dass der jeweilige Browser die Seite im Sinne des Designers darstellen würde.

Das Problem im Übergang vom IE 6 zu 7

Ein Problem, dass mit dem Erscheinen des momentan aktuellen Microsoft Browsers Internet Explorer 7 entstand, war die Tatsache, dass viele Web Designer im IE6 und IE5 auf sogenannte Hacks zurückgreifen mussten, um das Design im nicht immer Standard-kompatiblen Microsoft Browser darstellen zu können.

Da nun der IE7 viele dieser Bugs gelöst hat, mussten viele Designer mit Schmerzen erkennen, dass ihre "alten" Designs für den IE6 und niedriger im IE7 nicht mehr richtig dargestellt wurden. Somit wurde ein meist aufwendiges Redesign nötig. Die Befürchtung ist, dass im Übergang zum IE8 und allen weiteren Browser-Generationen ähnliche Probleme entstehen.

Die Lösung: Browser Targeting

Den Vorschlag, den Gustafson nun macht, um diesen Redesigns und den damit verbundenen "defekten" Seiten vorzubeugen, ist Browser-Versionen direkt anzusprechen. Die Idee ist, in einem Meta-Tag die Version des Browser anzugeben, für die die Seite jeweils entwickelt wurde. Also, zum Beispiel, für den IE7 und Firefox 2.0, etc.

Die Browser-Hersteller würden dieses Meta-Tag auslesen und die Seite so darstellen, wie es ihr jeweiliger Browser "damals" gemacht hätte. Dies würde natürlich bedeuten, dass die Microsofts und Firefoxes ihre Browser enorm aufblähen müssten um auch alle alten Versionen zu integrieren.

Die Antwort des Gurus: Erik Meyer

Eine umfangreiche Reaktion verfasste der in Web-Kreisen bekannte und geschätzte Erik Meyer (vor allen Dingen seine Überlegungen zum Css-Reset sind mittlerweile Standard geworden). Er hat gemischte Gefühle, sieht er doch, dass sich das Web mit dem vorgeschlagenen Weg von einem einheitlichen Standard von Html und Css wegbewegt. Auf der anderen Seite sieht er jedoch auch die pragmatischen Vorteile (Vereinfachung der Entwicklung), die das Browser Targeting mit sich bringen würde.

Auch verweist er in diesem Zusammenhang auf die Rolle der Doctype-Deklaration, die eigentlich die Funktion der korrekten Darstellung übernehmen sollte.

Beides definitiv als Web und Html und Css Designer sehr lesenswerte Artikel, fassen sie doch auch viele der aktuellen und alten Probleme der Branche zusammen.

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Mai 31. 2008 02:58

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