Euphorie über User Generated Content geht zurück

In einem sehr lesenwerten Artikel auf den Seiten der faz.net schreibt Stefan Niggemeier über die Entwicklung von User Generated Content (von Nutzern erstellte Inhalte) vor allen Dingen für die grossen Verlagsseiten vom Spiegel Online bis zur Süddeutschen Zeitung.

Die Euphorie habe abgenommen, so Niggemeier, der mit seinem populären Blog derzeit auf Platz 5 der deutschen Blog-Charts zu finden ist.

Wesentliches Problem für die grossen Verlagshäuser sind Nutzer, die sich nicht an allgemeine Kommunikations-Regeln halten können.

Die Bandbreite der zu negative auffallenden Kommentare der Nutzer geht von Beschimpfungen, falscher Rechtschreibung bis hin zu Verbreitung von verfassungswidrigen Inhalten. So müssen die grossen Online-Präsenzen allesamt Redakteure/Editoren für die Korrektur/Löschung von Kommentaren beschäftigen. Der Focus Online führt hier die Liste mit 3 festen Redakteuren und 6-10 freien Mitarbeitern deutlich an.

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Kommentare

Erwin :

April 8. 2008 09:20

Hi,
habe in diesem Zusammenhang schon von der Rückkehr der "wahren Experten" (Web 3.0 ...) gelesen. Also einem Trend, wonach User zukünftig wieder mehr auf der Suche nach Aussagen von allgemein anerkannten (beruflichen ...) Profis aus dem jeweiligen Fach sind. Eine Alternative ist das mittelfristig wohl nicht.

Aber warum bilden wir uns unsere "allgemein anerkannten Experten" nicht selbst heran? Durch ein System das jedem User sein bereits erarbeitetes "Vertrauens-Volumen" zuweist. Je länger aktiv, je mehr seiner Beiträge mit "hilfreich" bewertet, je vollständiger sein Profil, je exakter als Person identifiziert also je weniger anonym, je seltener sanktioniert, ... desto höher sein Vertrauensfaktor. Das könnte man für eine Website mit einem bestimmten Algorithmus machen. Langfristig stelle ich mir vor, dass man aber auch Websites aus komplimentären Bereichen suchen könnte und das Vertrauen seiner gemeinsamen User gemeinsam berechnet. Mißbrauch wird damit nicht verhindert aber schneller durchschaut und weniger effizient.

Das wär´ dann quasi ein Dienstzeugnis, mit dem der User auf unterschiedlichsten Webseiten seine Seriösität nachweisen könnte. Könnte man womöglich mit einem System verknüpfen - das hat sicher irgend einen Namen der mir leider nicht einfällt, so eine Art "Online-Reisepass" - welches EIN Login für unterschiedlichste Websites zu verwirklichen versucht.

Andrej Telle :

April 9. 2008 01:07

Danke für den interessanten und anregenden Kommentar. Ich konnte es mir nicht verkneifen und habe sogleich einen ausführlichen Beitrag dazu verfasst:

design.speak-friend.com/post/2008/04/Identit%c3%a4t-im-Web-Das-Internet-wird-Erwachsen.aspx

Er setzt sich mit Identifikations-Systemen im Web und der Bedeutung von Vertrauen auseinander.

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