Bill Buxton, der Chef von Microsoft Research, spricht in diesem Video-Vortrag über grundlegende Fragen des Design-Prozesses.
Unterwegs (gut 50 Minuten) gibt er auch eine Anekdote über den wahren Grund des Erfolgs des iPods zum Besten.
Was ist Design?
- Design ist nicht Innovation
- Design ist nicht Inspiration
- Design ist nicht Kreativität
- Design ist Kompromiss
Zusatz von mir: Ich denke, dass sich Design gerade dadurch auszeichnet, dass es Anforderungen genügen muss, ein Problem lösen muss und nicht zweck- und funktionsfrei betrachtet werden kann. Darin unterscheidet Design sich auch im Wesentlichen von Kunst.
Ein guter Design-Prozess?!
Butxon weist darauf hin, dass ein Design-Prozess der zu einem erfolgreichen Produkt führen soll vor allen Dingen dadurch ausgezeichnet ist, dass der Fokus nicht auf dem materiellen Gegenstand oder dem Interface liegen darf sondern auf der tatsächlichen Verwendung und dem Umfeld.
Ein gutes Beispiel von Buxton ist ein Fahrrad, dass er selbst entwickelt hat. Drei verschiedene Darstellungen illustrieren diese Herangehensweise:
- Das Fahrrad ist in der Seitenansicht vor weissem Hintergrund dargestellt.
- Das Fahrrad wird von hinten rechts mit Schatten abgebildet.
- Das Fahrrad in vollem Einsatz gefahren durch einen Bach, in einem Wald, Wasser spritzt durchs Bild. Das Fahhrad ist kaum zu sehen.
Ein guter Designer?
Was einen Designer nach Buxton auszeichnet, ist die Fähigkeit, eine Menge von Lösungen für ein Problem zu finden, und von diesen Lösungen die beste zu extrahieren und weiterzuentwickeln. Der Designer ist also im Wesentlichen ein Entscheider.
Um eine möglichst breite Palette an vielfältigen Lösungen in möglichst kurzer Zeit hervorbringen zu können, empfiehlt Buxton die Technik des Skizzierens. Er unterscheidet bei Entwürfen auch nicht zwischen Low oder High Fidelity sondern zwischen Right und Wrong Fidelity. Für jedes Problem gibt es also auch eine notwendige Detail-Genauigkeit des Enwurfs.
Alles in allem sehr interessant von einem alten Hasen ein paar kluge Gedanken aufschnappen zu können, wenn auch die Audio- und Slide-Qualität im Video mäßig ist.