Lesegewohnheiten im Internet: Nutzer ignorieren 72%

In seiner aktuellen Kolumne Alertbox wertet Usability-Guru Jakob Nielsen eine Studie zu Lesegewohnheiten von Nutzern im Internet aus.

Lesegewohnheiten im Internet: Frau am Rechner

Die Studie vom Februar 2008

In der Studie wurden die Länge des Aufenthaltes ins Verhältnis zu der Anzahl der Worte auf einer Seite gesetzt.

Dieser Wert wird veglichen mit der durchschnittlichen Lesegeschwindkeit.

Es wurden knapp 60.000 Seitenbesuche ausgewertet.

Das Ergebnis: Inhalt werden immer stärker gescannt

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass im Durchschnitt nur ca. 20% bis im besten Fall 28% der Worte auf einer Seite gelesen werden.

Auf Seiten mit unter 111 Worten wird nur ca. die Hälfte der Information verarbeitet.

Dieses Ergebnis unterstützt vor allen Dingen jene Befunde von Eye-Tracking-Studien, die deutlich gezeigt haben, dass Nutzer im Normalfall eine Webseite in einem F-Pattern lesen.

Interessant und neu ist auf alle Fälle der quantitative Aspekt. Dass gescannt wurde, war klar. Aber wieviel zeigt sich jetzt erst so richtig.

Fazit

Inhalte müssen also immer weiter komprimiert werden und in möglichst einfach zu scannende Blöcke verpackt werden, um den Lesegewohnheiten der Nutzer gerecht zu werden.

Prägnant, kurz gefasst und übersichtlich zu schreiben und die Inhalte zu gestalten sollte für erfolgreiche Web Seiten stets die Priorität sein.

[Hier gehts zum Alertbox-Artikel von Jakob Nielsen]

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Kommentare

Robert :

Mai 7. 2008 01:11

Hier eine Smart-Ass-Alternativ-Interpretation, natürlich ohne die Studie gelesen zu haben.

Wenn Benutzer Texte nur Scannen und nur ca 20% der Worte lesen, dann ist alles wunderbar. Er (Benutzer) hat die Wahl tiefgründiger zu lesen, wenn er es denn wirklich möchte oder es beim Scannen zu belassen.

Warum damit brechen. Ein ständige Vereinfachung, kann dazu führen, das die Seite auch uninteressant wird.

(Gerade bei Informationen (also nicht Unterhaltung) kann das weglassen (die prägnantere Variante) vielleicht dazu führen, das die Information (auch die, die nicht gelesen wurde) an Wert verliert).

Beispiel: Stiftung-Warentest Artikel: Eigentlich interessiert mich nur das Ergebnis und ein paar Details. Aber das gute Gefühl eines ausführlich Tests, bestätigt durch viele Worte, mag ich nicht missen auch wenn ich nur einen Bruchteil davon lese.)

Sicher nützlich sind Hervorhebungen (Dicke Schrift). In Fachbüchern schätze ich immer Zusammenfassungen nach (kurzen Kaptieln) und die wichtigsten Informationen am Rand.

Sehr gutes Beispiel hierfür ist "Code Complete": http://cc2e.com/File.ashx?cid=336



webwilderer.de :

Mai 7. 2008 12:53

Pingback from webwilderer.de

Webwilderer - Der Newsblog rund ums Internet » “scannen” wird zur Lesegewohnheit im Internet

Gardinenstangen Fan :

Juni 4. 2008 15:11

Kann es sein, dass die Seite vom Alertbox-Artikel von Jakob Nielsen momentan nicht erreichbar ist? Denn wenn ich auf den Link klicke, kommt bei mir immer ein Fehler: "Page Not Found on useit.com".

Ist das bei euch auch so, oder funktioniert das nur bei mir nicht?

Andrej Telle :

Juni 4. 2008 17:44

Hey Gardinenstangen Fan,

tut mir leid, muss wohl an useit.com liegen. Habe die links nochmal überprüft, und von meiner Seite aus müssten sie funktionieren.

Vielleicht probierst du es einfach noch mal Smile

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