Ein Streit ist ausgebrochen zwischen den berühmt-berüchtigten Basecamp-Machern 37signals und dem Designer der bekannten Web-Agentur blueflavor.
Streitpunkt: Entwicklung von Ideen mit oder ohne Photoshop
Die Macher einer der erfolgreichsten Web Applikations-Suite mit Basecamp, Campfire, etc. sehen folgende Gründe für das Verwenden von Html und Css im Entwicklungsprozess:
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Keine Interaktionsmöglichkeiten bei einem Photoshop-Mockup (kein Klicken, Navigieren, etc.)
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zu hoher Fokus auf Details
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Text in Photoshop ist nicht der Text, den man im Browser sieht
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Dopplung von Arbeit: Zuerst in Photoshop und dann erneute Umsetzung in html und css
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Photoshop erschwert die Zusammenarbeit, da nicht alle diese Software verwenden und es meist einen Experten gibt
Die Antwort von blueflavor:
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für das visuelle Design ist Photoshop unumgänglich (37signals hat bereits einen etablierten Stil)
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für einfache Web Applikationen ist nicht viel visuelles nötig, für bestimmte (z.B. Corporate Web-Seiten) schon
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Kunden wollen etwas sehen für Geld. Im wahrsten Sinne des Wortes. D.h. visuelle Kommunikation (auch im Detail) spielt eine grosse Rolle
Die richtigen Tools für die richtige Anforderung
Ich denke, dass beide Herangehensweisen etwas wichtiges und richtiges beinhalten. Ein wesentlicher Vorteil der Html und Css-Mockups ist natürlich die Möglichkeit, sie in der Produktion weiterzuverwenden.
Es gibt Bereiche im Design-Prozess, wo der Prototyp mit Html und Css umgesetzt werden sollte. Hierbei geht es vor allen Dingen um strukturelle und funktionale Fragen:
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wo ist der Fokus der Seite?
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wie strukturieren wir unseren Inhalt?
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wo kommt Feature x hin?
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wie funktioniert die Navigation?
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wie ist die globale Seiten-Struktur?
Widerum andere Fragen lassen sich primär in Photoshop lösen. Vor allen Dingen visuelle und Detail-Fragen:
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Welche Farben verwenden wir?
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Hintergründe, Verläufe, Logo
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genaue Positionierung von Elementen zu einander
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Icons, Detail-Elemente
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visueller Gesamteindruck (vor allen Dingen auch für den Kunden=
Weitere Fragen, die man sich beim Herstellen von Prototypen stellen muss:
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Wer ist die Zielgruppe? (Entwickler im Team, Kunde, Pitch)
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Wieviel Zeit hat man? (reicht ein Papier-Mockup oder sollte man eine komplette Seiten-Struktur in html und css erstellen)
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Ermöglicht man anderen konstruktives Feedback? (Lieber in Powerpoint als in Photoshop?)
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Welche Detail-Stufe ist erfordlich? (Komplettes visuelles Layout vs. strukturelle Übersicht)
Am Rande: Video zu Prototyping-Tools
Ein sehr interessantes Video zur Auswahl des richtigen "Arbeitsgerät" zum Erstellen von Mockups und Prototypen gibt es von Jonathan Arnowitz (Google).
Er distanziert sich zum Teil von den Konzepten von Bill Buxton, über den ich vor einer Weile geschrieben habe. Im Wesentlichen vertritt Arnowitz die Meinung, dass Prototyping mit jedem Tool (von Papier und Bleistift über Excel bis hin zu Visio) gemacht werden kann. Die Frage ist jedoch stets nach Effizienz und Anforderung.