Endlich verstanden: Visualisierung der Finanzkrise

In einem sehr gut verständlichen Visualisierungs-Video erklärt Jonathan Jarvis die Finanzkrise - einfach und veständlich.

Nicht nur hat das Video einen hohen Informationsgehalt, sondern ist darüber hinaus sehr unterhaltsam und einprägsam. Wie macht man das?

Wie verpacke ich komplexe Informationen?

Es gibt mehrere zentrale Elemente, die das Verständnis von komplexen Informationen erleichtern.

  • Abstraktion von vielschichtigen Elementen auf ein bekanntes und konkretes Element: Familie mit Kind, Investment Banker, Wallstreet, etc.
  • Illustration von Rollen, Verknüpfung und Aktionen durch einheitliche visuelle Elemente. Dadurch Steigerung der Erinnerungsfähigkeit: Personen, Gebäude, Pfeile, Steigen und Fallen der Häuserpreise, etc.
  • Visualisierung grosser Mengen und Zahlen durch geometrische Figuren und deren Verhältnis zu einander: Geldmengen, Boxen, Hypotheken
  • Darstellung zeitlicher Prozesse in animierten Bewegungen: Geldfluss, Transaktionen, Verknüpfungen, Partnerschaften
  • Verbindung inhaltlich verknüpfter Elemente, die jedoch physisch getrennt sind oder deren Verküpfung nicht sofort ersichtlich scheint: Investment Banker und Wallstreet, Wallstreet und Hauseigentümer, etc.
  • Spannungsbogen: Problem zeigen > dramatischen Ausgang andeuten > Rollen verteilen (gut und böse) > Problem zeigen und erklären (Rollen festigen) > Finale: dramatischer Ausgang (Explosion)

Finanzkrise vereinfacht

Fazit: Die wohl wichtigste Regel, so scheint es mir jedoch, ist klarer Weise: Vereinfachen und Abstrahieren. Sicherlich könnte man stunden-, ja tagelang über die Gründe und Zusammenhänge der Finanzkrise debattieren. Aber in 11 kurzen und unterhaltsamen Minuten, die Finanzkrise und deren Uhrsachen derart anschaulich zu illustrieren, ist wohl eine Anforderung einer ganz anderen Art: Kompriemierung, Abstraktion, Verständlichkeit und Erinnerungsfähigkeit stehen hier im Vordergrund.

[via smashingmagazine.com]

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Kommentare

Tobias :

März 14. 2009 14:44

Das Video von Jonathan Jarvis ist in der Tat ziemlich informativ. Da hätte ich mir das ganze Zeitungslesen sparen können.
Aber ist es nicht bedenklich, wenn real gefährliche Zusammenhänge so harmlos-unterhaltsam daher kommen können? Wurde vielleicht schon zu viel abstrahiert?

Tobias

Andrej Telle :

März 14. 2009 15:02

Ein guter Einwand.

Jedoch fand ich die Rollenklischees "gut" und "böse" doch recht deutlich veranschaulicht.

Schliesslich geht es hier auch nicht um Krieg sondern am Ende nur um Geld Wink

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Juli 31. 2010 01:05